Philipp Otto Runge: Der kleine Morgen
▲ Philipp Otto Runge:
Der kleine Morgen
(1808)

 
Am Erker 74
   

"Tag und Nacht"
erscheint im Dezember 2017 und ist im Druck

Die einen sind lichtscheu, die anderen nachtblind, und der Nacktmull lebt ohnehin unter Tage. Bei Nacht sind alle Katzen grau, bei Lichte besehen aber stellen sich die Dinge oft ganz anders dar. In Hamburg Runges Tageszeiten, vielmehr sein kleiner und sein großer Morgen, in Amsterdam Rembrandts Nachtwache. Dann das Zwielicht in all seinen Schattierungen. Naturschauspiele, vom grauenden Morgen über die erbarmungslos lotrecht niederbrennende, schließlich orangerot im spiegelnden Meer versinkende Sonne bis zum Schlottern in der Polarnacht. Auf Spitzbergen soll es ein zweimonatiges Künstlerstipendium geben, dessen einer Monat im Dauertag, der andere in der Dauernacht zu absolvieren ist. Ist der Tag am nächsten, wenn die Nacht am tiefsten ist? Was ist mit dem Morgen danach? Eines langen Tages Reise in die Nacht. "Ist ohne Frühstück. Ist auch ohne Diskussion." Verdüsterung und Aufhellung. Eine Nacht drüber schlafen. Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da.

Wem zum Thema "Tag und Nacht" etwas so Poetisches wie Kurzprosaisches einfällt, das 5.000 Zeichen nur notfalls überschreitet, ist herzlich eingeladen, es uns für den 74. Erker zuzuschicken.

Andreas Heckmann

Als kleines Schmankerl: https://www.youtube.com/watch?v=sgCfOlCmvsM

... und wer es gern wirklich makellos möchte, höre hier noch mal nach: https://www.youtube.com/watch?v=djroCsSdl5Q